Reform
des
Kalenders
durch
Papst
Gregor
XIII.
im
Jahre
1582
Mit der Bulle ‚Inter gravissimas‘
vom 24. Februar 1582, die eine Reform der Zeitrechnung verfügte, schloß
Papst Gregor XIII. eine jahrhundertelange Diskussion über die Ungenauigkeit
des damals gültigen ‚Julianischen Kalenders‘ ab. Dessen Begründer,
der römische Staatsmann Julius Cäsar, hatte im Jahre 45 v. Chr.
auf der Basis der Berechnungen des alexandrinischen Gelehrten Sosigenes
eine durchschnittliche Länge des Sonnenjahres von 365 Tagen und 6
Stunden zugrunde gelegt und demgemäß in einem vierjährigen
Zyklus auf drei Gemeinjahre von 365 Tagen ein Schaltjahr von 366 Tagen
folgen lassen. Da die astronomisch bestimmbare mittlere Dauer des Umlaufs
der Erde um die Sonne jedoch in Wirklichkeit nur annähernd 365 Tage,
fünf Stunden, 48 Minuten, 46 Sekunden beträgt, ist das Sonnenjahr
des julianischen Kalenders um etwa 11 Minuten, 14 Sekunden, zu lang – ein
Fehler, der sich in 128 Jahren zu einem ganzen Tag summiert.
Für die christliche
Kirche, die auf dem Konzil von Nicaea (325) die Feier des Osterfestes auf
den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgesetzt hatte, ergab
sich die mißliche Tatsache, daß die Tag- und Nachtgleiche zum
Frühlingsanfang in der Realität immer weiter von dem in den Kalendern
vorgesehenen Termin am 21. März abwich. Um diese Diskrepanz rückgängig
zu machen, ordnete Gregor XIII. an, innerhalb des Jahres 1582 zehn Tagesdaten
auszulassen und vom Donnerstag, dem 4. Oktober sogleich auf Freitag, dem
15. Oktober überzugehen. Um einer Wiederholung des Fehlers vorzubeugen,
sollten künftig die durch 100 teilbaren Jahre (Säkularjahre)
nur dann noch Schaltjahre sein, wenn ihre Jahreszahl nach Weglassen der
beiden letzten Nullen durch vier teilbar ist. Dementsprechend war 1600
auch nach dem Kalender Gregor XIII. ein Schaltjahr, ebenso wie es das Jahr
2.000 war, während der 29. Februar in den Säkularjahre 1700,1800
und 1900 entfiel, so daß unsere derzeitige Rechnung dem älteren
Julianischen Kalender insgesamt um 13 Tage voraus ist.
Durch die regelmäßige
Streichung von 3 Tagen binnen 400 Jahren, unterscheidet sich das durchschnittliche
Kalenderjahr nur noch um 26 Sekunden vom tatsächlichen Sonnenjahr
und wird erst in mehr als 3.000 Jahren wieder um einen vollen Tag abweichen.